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Akkordeon lernen mit 66

Der besondere Klang reizte Sabine Sohns aus München schon länger. Mit 66 wagte sie es endlich und lernte Akkordeon. Protokoll einer langsam gewachsenen Liebe

 

 

Akkordeon lernen mit 66

Der besondere Klang reizte Sabine Sohns aus München schon länger. Mit 66 wagte sie es endlich und lernte Akkordeon. Protokoll einer langsam gewachsenen Liebe

von Sabine Sohns, 18.04.2018

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

März 2016

Seit einiger Zeit denke ich darüber nach, wieder selbst Musik zu machen. Klavier und Blockflöte habe ich immer gerne gespielt, doch schon Jahre nicht mehr. Soll ich wieder einsteigen? Nein - ich will nicht anknüpfen an Vergangenes, sondern ich habe Lust, etwas Neues zu lernen: Akkordeon! Schon der Klang: melancholisch, aber auch schmissig. Die Tasten kenne ich vom Klavier, Noten kann ich lesen. Worauf warte ich noch? Ich habe nichts zu verlieren!

April 2016

Meine erste Akkordeonstunde in der Musikschule. Einerseits freue ich mich, andererseits beschleichen mich Zweifel. Dummer Einfall, Selbstüberschätzung? "Was, nur 30 Minuten Unterricht? Ist das nicht viel zu kurz für eine 66-Jährige?", frage ich meine Lehrerin bang. Die lacht nur: "Warte nur, du wirst schon merken, warum wir nicht länger üben."

 

 

 

 

 

Schon nach der ersten Unterrichtseinheit sind Rücken und Leisten steif, meine Füße fast eingeschlafen. Das kann ja heiter werden. Kein Wunder, das Instrument, das die Musikschule Anfängern wie mir leiht, wiegt ja einiges... Auch den Balg zu bewegen ist schwer und ungewohnt. Wenigstens entlocke ich dem Instrument ein paar erste Töne. Meine Lehrerin ist zuversichtlich, das macht Mut.

Mai 2016

Wo ist noch mal der Knopf mit der kleinen Delle für meinen linken Ringfinger? Es ist so schwer, die Tasten und Knöpfe zu treffen, ohne sie sehen zu können. Verwirrend finde ich auch die Anordnung der Knöpfe. Sind meine Fingerkuppen nicht mehr so sensibel? Und reicht meine Koordinationsfähigkeit überhaupt? Nimmt ja alles ab im Alter! Vielleicht setze ich mich mal vor einen Spiegel, damit ich sehe, wohin ich meine Finger platzieren muss. Schnell merke ich, keine gute Idee. Dann müsste ich ja spiegelverkehrt denken.

 

 

 

 

 

November 2016

Allmählich macht es Freude. Meine Finger werden geschmeidiger. Langsam, aber immer flüssiger gelingt der erste Walzer, auch ein Landler gehört nun zu meinem Repertoire. Mein Lieblingstango heißt "Hola amigo" – er ist sehr schwer, aber ich werde ihn so lange üben, bis ich ihn kann. Soll ich mir vielleicht ein eigenes Instrument wünschen?  

Weihnachten 2016

Ein hübsches, rotes Akkordeon liegt unterm Weihnachtsbaum. Etwas kleiner mit 72 statt 96 Bässen und zum Glück viel leichter als das Leihinstrument. Die Tragegurte sind angenehm gepolstert. Fürs Transportieren gibt es einen Rucksack. 

 

 

 

 

 

Februar 2017

Während der vergangenen Wochen habe ich ganz schön gekämpft mit meinem Instrument. Leichter wollte ich es mir machen, stattdessen ist mein Körper nach dem Spielen total verkrampft. Irgendwas stimmt nicht: Länge der Gurte, Sitzhöhe, Fuß- und Beinstellung? Ich bin verzweifelt: Kann Musikmachen so anstrengend sein? Es hat so gut begonnen. Soll ich das alles wieder aufgeben? Es muss doch einen leichteren Weg geben!

März 2017

Allmählich begreife ich: Das neue Akkordeon ist kleiner, deshalb muss alles neu justiert werden. Im Akkordeon-Geschäft lasse ich mir die Details beim Sitzen und Halten noch einmal erklären: Oberschenkel grätschen, linker Oberschenkel trägt das Akkordeon, rechter drückt leicht dagegen. Füße unter den Knien. Mein Oberkörper muss das Instrument spüren. So fühlt es sich besser an.

 

 

 

 

 

 

November 2017

Juhu, meine Verspannungen sind weg! Das Musizieren macht wieder Spaß, auch zusammen mit anderen. Das ist lustig und kommunikativ. Inzwischen kann ich sogar "Hola amigo" spielen. Mein Akkordeon gebe ich nicht wieder her. Hallo, mein Freund! Es ist ein Glück, dass wir uns getroffen haben.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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