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Bringt Kaffee das Herz aus dem Takt?

Viele Menschen sind der Meinung, dass Kaffee bei ihnen zu Herzrasen führt oder das Herz dadurch aus dem Takt gerät. Eine aktuelle Übersichtsarbeit findet jedoch keine Hinweise, dass Koffein Herzrhythmusstörungen auslöst – zumindest nicht in moderaten Mengen.

Viele Menschen sind der Meinung, dass Kaffee bei ihnen zu Herzrasen führt oder das Herz dadurch aus dem Takt gerät. Eine aktuelle Übersichtsarbeit findet jedoch keine Hinweise, dass Koffein Herzrhythmusstörungen auslöst – zumindest nicht in moderaten Mengen.

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Bis zu drei Tassen Kaffee am Tag scheinen dem Herzrhythmus nicht zu schaden, sie könnten vielmehr sogar einen schützenden Effekt haben. Dies ist das Ergebnis einer Übersichtsarbeit, die in der Fachzeitschrift JACC: Clinical Electrophysiology veröffentlicht wurde. Wie aus den Studien hervorging, war bei Kaffee-Trinkern die Gefahr für Vorhofflimmern geringer, berichten Forscher um Peter Kistler vom Baker Heart and Diabetes Institute in Melbourne, Australien. Die Wissenschaftler fanden zudem keinen Einfluss von Koffein auf ventrikuläre Arrhythmien, die in den Herzkammern entstehen. Bis zu 500 Milligramm Koffein pro Tag habe weder die Stärke noch die Häufigkeit dieser Art von Herzrhythmusproblemen erhöht, so die Wissenschaftler. Dies entspreche ungefähr fünf Tassen Kaffee. Lediglich bei zwei Studien habe sich ein negativer Effekt bei Patienten nach einem Herzinfarkt gezeigt, allerdings erst bei neun bis zehn Tassen Kaffee pro Tag.

Eine einzelne Tasse Kaffee enthält etwa 95 Milligramm Koffein und wirke stimulierend auf das Zentralnervensystem. Einmal im Körper, hemme Koffein den Effekt von Adenosin, einem Stoff, der Vorhofflimmern begünstige. Koffeinhaltige Getränke wie Kaffee oder Tee könnten aufgrund ihrer antioxidativen Wirkung und als Gegenspieler für Adenosin langfristig einen positiven Einfluss auf den Herzrhythmus haben, sagt Kistler.

Von dem Konsum koffeinhaltiger Energy-Drinks raten die Wissenschaftler Menschen mit einer Herzkrankheit jedoch ab. Ein Energy-Drink könne zwischen 160 und 500 Milligramm konzentriertes Koffein enthalten. Drei Viertel der Herz-Patienten, die zwei oder mehr dieser Getränke pro Tag konsumierten, hätten innerhalb von 24 Stunden Herzrasen gehabt. Für Menschen mit bereits bestehenden Herzrhythmusstörungen halten die Forscher aufgrund der Studien 300 Milligramm Koffein für sicher. Nichtsdestotrotz könne jeder Mensch anders auf Koffein reagieren. Wer bei sich einen zeitlichen Zusammenhang zwischen Kaffeetrinken und Herzrhythmusstörungen beobachte, sollte daher lieber darauf verzichten.

HH

Quelle: DOI 10.1016/j.jacep.2018.01.012

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