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Fruchtbarkeitsmythen unter der Lupe

Schneller schwanger dank Kissen unterm Po und Vitaminpillen neben dem Bett? Was ist dran an den Ratschlägen, die Paare mit Babywunsch oft zu hören bekommen? Wir klären auf

 

Fruchtbarkeitsmythen unter der Lupe

Schneller schwanger dank Kissen unterm Po und Vitaminpillen neben dem Bett? Was ist dran an den Ratschlägen, die Paare mit Babywunsch oft zu hören bekommen? Wir klären auf

von Julia Rotherbl, aktualisiert am 29.06.2018

 

 

 

 

Paare bekommen teils abenteuerliche Tipps, damit der Babywunsch in Erfüllung geht

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wer ein Baby möchte, sollte nach dem Sex liegen bleiben

Stimmt nicht. Ruhestarre nach dem Höhepunkt bringt nichts. Auch müssen Frauen nicht ihre Beine zur Kerze heben oder sich Kissen unter den Po schieben, um die Spermien in die richtige Richtung zu schubsen. Denn für jede Empfängnis gilt: Das Sperma richtig zu lenken reicht nicht aus. "Die befruchtete Eizelle muss sich auch in die Gebärmutter einnisten", erläutert Professor Dr. med. Thomas Strowitzki, Ärztlicher Direktor der Abteilung Gynäkologische Endokrinologie und Fertilitätsstörungen im Universitätsklinikum in Heidelberg.

 

 

 

 

 

Der weibliche Orgasmus erleichtert die Befruchtung

Dafür gibt es keine Belege. Es ist zwar davon auszugehen, "dass die Spermien dadurch schneller in die Eileiter befördert werden, weil sich die Gebärmutter zusammenzieht", sagt Dr. med. Peter Rosenbaum, Oberarzt der Klinik für Frauenheilkunde, Geburtshilfe und Reproduktionsmedizin an den Universitätskliniken des Saarlandes. Aber: Welche Rolle der Orgasmus aus evolutionärer Sicht spielt, ist wissenschaftlich noch nicht zweifelsfrei geklärt.

Rauchen verringert die Fruchtbarkeit

Das ist richtig. Unter anderem wirkt sich Zigarettenkonsum negativ auf die Entwicklung der Eizellen aus und stört die Hormonbildung. Auch nistet sich die befruchtete Eizelle schwerer in der Gebärmutter ein. Frauen, die rauchen, warten deshalb oft deutlich länger auf eine Schwangerschaft. "Bei künstlichen Befruchtungen benötigen sie nahezu doppelt so viele Zyklen, um schwanger zu werden, wie Nichtraucherinnen", sagt Peter Rosenbaum. Und: Bei Raucherinnen setzt die Menopause früher ein als bei Nicht-Raucherinnen.

 

 

 

 

 

An fruchtbaren Tagen wirken Frauen besonders attraktiv

Ja, Hormone sind durchaus nicht nur schuld daran, dass manchmal die Brüste schmerzhaft spannen oder die Pickel sprießen. Sie sind auch dafür verantwortlich, dass frau an ihren fruchtbaren Tagen noch hübscher aussieht als sonst. Grund: "Der Östrogenspiegel ist massiv erhöht, was unter anderem für eine glatte Haut und gute Laune sorgt", erläutert Peter Rosenbaum.

Zudem geben Frauen über ihre Haut Sexuallockstoffe – sogenannte Pheromone – ab, die auf Männer eine betörende Wirkung haben und die Frauen selbst sexuell aktiver werden lassen. Damit erhöht sich die Wahrscheinlichkeit, dass Paare an genau den richtigen Tagen zueinanderfinden.

Eine gesunde Ernährung hilft, rasch schwanger zu werden

Direkten Einfluss auf die Chance, schwanger zu werden, hat eine gesunde Ernährung vermutlich nicht. Auch ob die zusätzliche Einnahme von Vitaminen oder Spurenelementen der Fruchtbarkeit auf die Sprünge hilft, ist nicht abschließend geklärt. Aber: Unter- und Übergewicht – oft die Folge eines unausgewogenen Speiseplans – können sich negativ auswirken. So werden bei extrem untergewichtigen Frauen die Eierstöcke nicht mehr stimuliert, der Zyklus und damit die Regelblutung fallen aus. "Das kommt häufig bei Patientinnen mit Essstörungen vor", berichtet Thomas Strowitzki.

Auch wenn die Frau längst wieder Normalgewicht erreicht hat, könne die Regel ausbleiben, ergänzt Peter Rosenbaum. "Stark übergewichtige Frauen produzieren dagegen im Fettgewebe männliche Hormone", so der Experte. Das führe ebenfalls häufig zum Ausbleiben von Eisprung und Periode.

 

 

 

 

 

Täglicher Sex verschlechtert die Qualität der Spermien

Möglichst viele Spermien aufsparen bis zum Tag X? Das ist im Gegenteil eher kontraproduktiv. Denn Studien zeigen: Zwar nimmt die Zahl der Spermien nach mehreren enthaltsamen Tagen zu – doch der Anteil der beweglichen Spermien sinkt. Und gerade dieses Qualitätsmerkmal ist eines der entscheidenden Faktoren, ob es die Spermien bis zur Eizelle schaffen – oder nicht.

Nur bei Frauen sinkt mit dem Alter die Fruchtbarkeit

Das möchten Männer nur zu gerne glauben. Aber die Wahrheit sieht anders aus. Ein achtzehnjähriger Jüngling ist um einiges fruchtbarer als ein Mittvierziger. Vorteil der Männer: "Hier läuft der Prozess schleichend ab, bei Frauen ist die Menopause ein klarer Schnitt", sagt Thomas Strowitzki. Sie können dann definitiv keine Kinder mehr bekommen, bei Männern ist das theoretisch noch bis ins hohe Alter möglich. Schwieriger wird es aber auch bei ihnen. Und: Bei einer späten Vaterschaft ist das Risiko von Fehlgeburten ebenso erhöht wie das von genetischen Abweichungen und auch Fehlbildungen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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