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Lösen Parkinson-Medikamente eine Zwangsstörung aus?

Spielsucht, zwanghaftes Shoppen, Essattacken oder ein stark gesteigerter Sexualtrieb: Bestimmte Medikamente, die bei Parkinson zum Einsatz kommen, erhöhen langfristig das Risiko für eine gestörte Impulskontrolle. Einer neuen Studie zufolge könnte die Hälfte aller Parkinson-Patienten, die diese Arzneimittel einnehmen, davon betroffen sein.

Spielsucht, zwanghaftes Shoppen, Essattacken oder ein stark gesteigerter Sexualtrieb: Bestimmte Medikamente, die bei Parkinson zum Einsatz kommen, erhöhen langfristig das Risiko für eine gestörte Impulskontrolle. Einer neuen Studie zufolge könnte die Hälfte aller Parkinson-Patienten, die diese Arzneimittel einnehmen, davon betroffen sein.

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Bei der Parkinson-Krankheit geht im Gehirn der Botenstoff Dopamin, der unter anderem Bewegungen reguliert, nach und nach zurück. Als Medikament kommen daher oft zwei Arten von Medikamenten zum Einsatz: Levodopa oder L-DOPA, das im Gehirn in Dopamin umgewandelt wird und so die Dopamin-Konzentration erhöht, oder so genannte Dopaminagonisten, die Dopamin-Rezeptoren aktivieren.

Wie der französische Forscher Jean-Christophe Corvol von der Sorbonne Universität in Paris gemeinsam mit Kollegen in der Fachzeitschrift Neurology berichtet, trat in ihrer Studie ein deutlicher Zusammenhang zwischen Zwangsstörungen und der Einnahme dieser Parkinson-Arzneimittel zutage. In einem Zeitraum von fünf Jahren entwickelten 46 Prozent der 306 Patienten ein zwanghaftes Verhalten. In der Gruppe der Patienten, die die Medikamente dauerhaft eingenommen hatten, betrug der Anteil sogar 51,5 Prozent. Sowohl eine länger Dauer der Einnahme als auch eine höhere Dosis gingen mit einem erhöhten Risiko für eine Zwangsstörung einher. Den größten Zusammenhang sahen die Forscher bei den Wirkstoffen Pramipexol und Ropinirol. Umgekehrt ging die Störung zurück, wenn die Einnahme der Parkinsonmedikamente beendet wurde.

"Unsere Studie deutet darauf hin, dass Störungen der Impulskontrolle bei Menschen, die Dopaminagonisten einnehmen, häufiger sein könnten als bislang angenommen", sagt Corvol. Er warnt, dass diese Störungen, die Bereiche wie den Sexualtrieb, das Essen, das Kaufverhalten oder Spielen betreffen können, zu schweren finanziellen, rechtlichen, sozialen und psychologischen Problemen führen können.

HH

Quelle: DOI 10.1212/WNL.0000000000005678

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