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Macht Orangensaft doch nicht dick?

Noch vor wenigen Jahren galten Fruchtsäfte als gesund, heute sind sie aus manchen Kindergärten und Grundschulen verbannt. Der Grund: ihr hoher Zuckergehalt, der durchaus mit dem vieler Limonaden Schritt halten kann. Wissenschaftler der Universitäten Kiel und Hohenheim in Stuttgart sind jedoch überzeugt, dass Fruchtsäfte zu Unrecht einen schlechten Ruf haben.

Noch vor wenigen Jahren galten Fruchtsäfte als gesund, heute sind sie aus manchen Kindergärten und Grundschulen verbannt. Der Grund: ihr hoher Zuckergehalt, der durchaus mit dem vieler Limonaden Schritt halten kann. Wissenschaftler der Universitäten Kiel und Hohenheim in Stuttgart sind jedoch überzeugt, dass Fruchtsäfte zu Unrecht einen schlechten Ruf haben.

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Die Forscher führten zwei Studien mit 26 jungen, gesunden Studienteilnehmern durch. Bei einer Studie konsumierten sie zwei Wochen lang dreimal täglich 400 Milliliter Orangensaft zu den drei Mahlzeiten, das andere Mal nahmen sie den Saft zwischen den Mahlzeiten zu sich. "Wir konnten zeigen, dass Orangensaft keine negativen Auswirkungen auf das Körpergewicht hatte – jedoch nur, wenn der Saft nicht zwischendurch, sondern zum Frühstück, Mittag- und Abendessen getrunken wurde", berichtet die Ernährungsmedizinerin und Professorin Anja Bosy-Westphal. Wurde der Saft zum Essen getrunken, aßen die Studienteilnehmer automatisch weniger. Bei einem Konsum zwischen den Mahlzeiten konnten die Wissenschaftler dagegen einen leichten Anstieg des Körperfetts verzeichnen.

In der anderen Studie stand die Frage im Mittelpunkt, wie Orangensaft und auch Cola die Harnsäure beeinflussen, die für die Zunahme an Gichterkrankungen verantwortlich gemacht wird. Dazu tranken die Studienteilnehmer täglich etwa 1,2 Liter Orangensaft oder etwa einen Liter Cola. Das Ergebnis: "Orangensaft führte, anders als bei Cola, zu keiner Beeinträchtigung des Glukosestoffwechsels, und der Harnsäurespiegel wurde sogar signifikant gesenkt", erläutert Bosy-Westphal. Für den Harnsäure-senkenden Effekt des Orangensaftes komme sowohl die Vitamin C-Aufnahme durch den Saft als auch dessen Gehalt an Flavonoiden, insbesondere Hesperidin, in Betracht.

Literweise Fruchtsäfte gegen den Durst würden die Forscher zwar nicht empfehlen. Gerade Orangensaft könne jedoch als gute Ergänzung zu einer Mahlzeit dienen: "Orangensaft ist eine wertvolle Quelle für Kalium, Folsäure und Vitamin C. Er enthält bioaktive Stoffe wie Carotinoide und Polyphenole mit guter Bioverfügbarkeit", betont Studienautor Professor Reinhold Carle. Ein Glas Fruchtsaft zum Frühstück könne zum Beispiel bereits eine der empfohlenen fünf Portionen Obst und Gemüse am Tag ersetzen.

NK

Quellen: DOI 10.1016/j.clnu.2018.02.028, DOI 10.1038/s41387-018-0031-3

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