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Mehr Barrierefreiheit für Diabetiker

Anlässlich des Sehbehindertentages am 6. Juni 2018 weist die Deutsche Diabetes-Hilfe darauf hin, wie wichtig Barrierefreiheit bei Hilfsmitteln und Technologien ist.

 

© Pixabay/cocoparisienne

Anlässlich des Sehbehindertentages am 6. Juni 2018 weist die Deutsche Diabetes-Hilfe darauf hin, wie wichtig Barrierefreiheit bei Hilfsmitteln und Technologien ist.

Menschen mit Diabetes sind gefährdet, im Laufe ihrer Erkrankung eine „diabetische Retinopathie“ zu entwickeln. Denn dauerhaft erhöhte Blutzuckerwerte können die feinen Blutgefäße der Netzhaut irreparabel schädigen. Das Sehvermögen bleibt in der frühen Phase meist unbeeinträchtigt. Erst im fortgeschrittenen Stadium macht sich die Folgeerkrankung bemerkbar. „Lässt das Sehvermögen nach, sinken auch die Möglichkeiten sozialer Teilhabe und Eigenständigkeit rapide“, sagt Diana Droßel. Droßel ist stellvertretende Vorsitzende von diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe, Diabetesberaterin, selbst an Typ-1-Diabetes erkrankt und seit 1982 erblindet.

Technologisch ist Barrierefreiheit möglich

„Die bei Diabetes für die tägliche Selbsttherapie notwendigen Blutzuckermessgeräte, Insulinpumpen, Insulinpens, Blutglukosemesssysteme, solche zum kontinuierlichen Glukosemonitoring oder diabetesbezogene Apps sind derzeit überwiegend nur für sehende Menschen geeignet.“ Betroffene benötigen zum Blutzuckermessen und für Insulingaben ständig Assistenz durch Pflegedienste oder Angehörige. „Dabei könnten sie mit standardmäßig programmierten Apps eigenständig sein. Die Messwerte und Insulindosen werden heute schon per Bluetooth an unsere Smartphones übermittelt und diese besitzen neben Vergrößerungseinstellungen auch die Sprachausgabe VoiceOver oder TalkBack“, erklärt Diana Droßel. Technologisch ist Barrierefreiheit möglich: „Bei Apps muss man bei der Programmierung nur die Grundanforderungen der Betriebssysteme berücksichtigen“, so die Diabetesberaterin. „Ab dem 23. September 2018 sind öffentliche Stellen gehalten, digitale Produkte wie Apps und Webseiten (Personalausweis, Krankenakte, Elster) barrierefrei anzubieten. Leider haben Medizintechnikhersteller noch eine Übergangsfrist, bis sie gesetzlich dazu verpflichtet sind, neue Produkte barrierefrei herzustellen.“ Auch Aktionen zur Barrierefreiheit wie „Sehbehindert im Museum“ anlässlich des Sehbehindertentags gibt es noch viel zu wenige.

Einer Sehbehinderung bei Diabetes vorbeugen

Um Sehbehinderungen und Blindheit bei Diabetes vorzubeugen, sollten sowohl Menschen mit Typ-1- als auch mit Typ-2-Diabetes regelmäßig zur Augenkontrolle gehen. Früh erkannt, lassen sich irreversible Veränderungen der Netzhaut aufhalten. Menschen mit Typ-1-Diabetes sollten ab dem fünften Erkrankungsjahr eine Netzhautuntersuchung nach vorheriger Pupillenerweiterung erhalten. Bei Menschen mit Diabetes Typ 2 sollte sofort nach der Diabetes-Diagnose die Netzhaut untersucht werden. Liegen noch keine Schädigungen an der Netzhaut vor und bestehen keine allgemeinen Risiken wie ein erhöhter Langzeitblutzuckerwert oder Bluthochdruck, werden Kontrolluntersuchungen alle zwei Jahre empfohlen. Bei hohem Risiko sind jährliche Untersuchungen wichtig. Bei bereits bestehender Retinopathie können die Untersuchungsabstände auch individuell kürzer als jährlich sein.

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