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Menstruation: Fragen zur Periode

Jede Frau hat sie. Viele Fragen zur Periodenblutung bleiben dennoch unbeantwortet

 

Menstruation: Fragen zur Periode

Jede Frau hat sie. Viele Fragen zur Periodenblutung bleiben dennoch unbeantwortet

von Silke Droll, 07.12.2018

 

 

 

 

50 bis 80 Milliliter Blut verliert eine Frau während der Periode. Bei besonders starken Blutungen kann es zu Eisenmangel und Blutarmut kommen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Hälfte der Menschheit blutet etwa alle 28 Tage, und das vier Jahrzehnte lang. Es gibt zwar kaum etwas Normaleres und Natürliches als die Menstruation. Dennoch ist sie nach wie vor ein Thema, das beide Geschlechter mit größter Diskretion behandeln. So werden in Notfällen benötigte Tampons oder Binden oft wie Geheimdokumente von einer Frau zur anderen gegeben – zumindest in geschlechtlich gemischten Großraumbüros. Trotz Gegentrends wie "Free Bleeding" (freies Bluten) und Protesten gegen die hohe Tamponsteuer. Die Tabuisierung dürfte ein Grund dafür sein, warum es viele offene Fragen gibt. Hier werden sie beantwortet.

 

 

 

 

 

Kann ich dauerhaft die Verhütungspille einnehmen, um eine Blutung zu vermeiden?

Die Pille setzt den natürlichen Zyklus außer Kraft. Dr. Elisabeth Raith-Paula findet das vor allem bei jungen Frauen problematisch. Die Puchheimer Ärztin leitet ein Aufklärungsprogramm für Teenager und sagt: "Körpereigenes Östrogen wird dann nicht mehr produziert. Dies ist aber zum Beispiel wichtig für den Knochenaufbau."

Andererseits: Wenn Frauen unter starken Blutungen oder Schmerzen leiden, ist die dauerhafte Einnahme der Pille oft die einzige Chance auf Besserung. "Trotzdem sollten Frauen nach einem halben Jahr eine Pause machen und die Schleimhaut der Gebärmutter abbluten lassen, damit sich die Zellen erneuern", sagt Dr. Katharina Rall von der Universitätsfrauenklinik Tübingen.

Oft werden Menstruationsbeschwerden aber schon deutlich schwächer, wenn die Pille mit dem üblichen Schema (21 Tage Pille, 7 Tage ohne) genommen wird.

 

 

 

 

 

Warum gibt es überhaupt eine monatliche Blutung?

Der Körper der Frau bereitet sich ab der Pubertät bis zu 500-mal auf eine Schwangerschaft vor, auf die erfolgreiche Einnistung einer befruchteten Eizelle. "Jedes Mal wird die Schleimhaut der Gebärmutter für den besonderen Gast wie eine luxuriöse Suite aufgebaut. Die Östrogene sorgen für den Rohbau, danach liefert das Progesteron Nährstoffe und Vitamine", erklärt Medizinerin Raith-Paula das Geschehen.

Wenn der besondere Gast dann nicht kommt, stößt der Körper den ganzen Luxus wieder ab – mit der Blutung. "Der nächste potenzielle Gast bekommt eine frische Suite", sagt die Expertin.

Ist ein Frauenarzt-Besuch während der Menstruation okay?

Prinzipiell ja. Aber wer dabei Abstriche, wie etwa bei der Früherkennungs-untersuchung von Gebärmutterhalskrebs, machen lassen will, sollte lieber einen anderen Termin vereinbaren. "Einen Pap-Abstrich, der mit Blut vermischt ist, kann man nicht angemessen beurteilen", sagt Rall.

 

 

 

 

 

Kann man mit Periode zum Schwimmen?

Das ist meistens kein Problem. Allerdings sind Frauen während der Menstruation etwas anfälliger für Infektionen. "Der Gebärmutterhals und der Muttermund sind in dieser Zeit weiter geöffnet", erklärt Gynäkologin Rall. Dadurch steigt das Risiko für Infektionen leicht an.

"Manche Frauen haben nach jeder zweiten Menstruation eine Pilzinfektion", so Rall. Wenn jemand so anfällig sei, würde sie vom Schwimmen während der Periode eher abraten. Manche Frauen bevorzugen für den Aufenthalt im Wasser eine Menstruationstasse. Diese kann mehr Blut auffangen als ein Tampon.

Was ist die Tamponkrankheit?

Vergessene Tampons können ein sogenanntes toxisches Schock-Syndrom auslösen. Das Model Lauren Wasser verlor deswegen im Herbst 2012 ein Bein. Viele Frauen erfuhren durch diese Geschichte erstmals von den möglichen Gefahren, obwohl auch Beipackzettel darauf hinweisen.

"Ein mit Blut vollgesogener Tampon ist der ideale Nährboden für Bakterien. Diese schütten dann Toxin aus", erklärt Expertin Rall. Manche Frauen seien besonders anfällig für diese Infekte. Aber zu solch schlimmen Folgen wie bei Lauren Wasser kommt es extrem selten. Eher führt ein Tampon, der zu lange in der Scheide bleibt, zu Juckreiz und Brennen sowie übel riechendem Ausfluss.

Tampons nicht vorsorglich einführen oder größere Sorten als nötig nehmen. Wichtig laut Rall: den Tampon spätestens nach acht Stunden wechseln. Das gilt auch für Menstruationstassen.

 

 

 

 

 

 

Sind das schon die Wechseljahre?

Ein Anzeichen für den Beginn der Wechseljahre können unregelmäßigere Zyklen sein. Oft wird die Blutung zunächst kürzer und schwächer, die Abstände dazwischen verlängern sich – bis die Periode schließlich ganz ausbleibt. Die letzte Regelblutung erleben Frauen im Durchschnitt mit 51 Jahren.

Welche Beschwerden sind noch normal?

Schmerzen im Unterbauch und das Gefühl von Aufgeblähtheit gehören dazu.  "Aber wer über mehrere Tage regelmäßig Schmerzmittel braucht, sollte zum Arzt gehen", meint Rall. Eine Abklärung macht auch Sinn, wenn die Beschwerden auf einmal schlimmer werden.

Ursache können Zysten und Myome sein. Besonders häufig steckt eine Endometriose dahinter. Dabei tritt Gebärmutterschleimhaut außerhalb der Gebärmutter auf, etwa im Bauchraum. Beim Schmerzerleben spielt aber auch der Kopf mit. "Wer das Frausein und die damit verbundenen Vorgänge akzeptiert, verkrampft sich nicht so leicht", meint Ärztin Raith-Paula.

 

 

 

 

 

Das hilft gegen Regelschmerzen

Bei Medikamenten sind Ibuprofen und Naproxen die Mittel der ersten Wahl. Naproxen wirkt länger und etwas besser, führt aber eher zu Nebenwirkungen wie Magen-Darm-Beschwerden. Laut einer Studien-Übersicht kann auch Magnesium bei regelmäßiger Einnahme Regelschmerzen spürbar vermindern.

Viele Apotheker empfehlen auch Vitamin B1, Präparate mit Mönchspfeffer, Traubensilberkerze und Gänsefingerkraut sowie krampflindernde Teemischungen. Eine Meta-Analyse bestätigt außerdem die Wirksamkeit von Ingwer-Extrakt. "Viele pflanzliche Mittel sind zwar nicht gut untersucht, viele Frauen fahren aber gut damit", sagt Gynäkologin Rall.

Als hilfreich gelten neben Medikamenten Sport, Yoga, Entspannungsübungen und natürlich die gute alte Wärmflasche. Praktisch für unterwegs sind spezielle Wärmepflaster bei Regelschmerzen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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