Eidelstedter Apotheke

Aktuelles

Schuld sind die Wechseljahre – oder?

Hitzewallungen, Schlaflosigkeit, Unruhe: Die Wechseljahre werden für viele Beschwerden verantwortlich gemacht. Doch manche Symptome können auch auf eine Erkrankung hinweisen

 

Schuld sind die Wechseljahre – oder?

Hitzewallungen, Schlaflosigkeit, Unruhe: Die Wechseljahre werden für viele Beschwerden verantwortlich gemacht. Doch manche Symptome können auch auf eine Erkrankung hinweisen

von Barbara Kandler-Schmitt, 20.06.2018

 

 

 

 

Karten mit zwei Gesichtern: Kommen diese Symptome von den Wechseljahren oder einer Krankheit?

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wieder einmal nachts stundenlang wach gelegen und dem Klopfen des eigenen Herzens gelauscht? Schweißgebadet aufgewacht und das Programm des nächsten Tages lustlos und unkonzentriert abgespult? Für Frauen im Alter zwischen 40 und 60 Jahren ist die Sache dann meistens schnell klar: "Die Wechseljahre." Symptome, die auf körper­liche oder seelische Erkrankungen hinweisen könnten, ­werden häufig ­ignoriert.

"Ab Mitte 40 müssen Frauen verstärkt auf ihre Gesundheit achten", sagt die Kieler Gynäkologin Dr. Dorothee Struck. Es sei gefährlich, alles auf die Wechseljahre zu schieben: "Organische Erkrankungen können dann ebenso übersehen werden wie eine behandlungsbedürftige Depression." Sie überweist ihre Patientinnen im Zweifelsfall an einen Internisten oder Hormonexperten: "Frauen mit anhaltenden, stark belastenden Beschwerden sollten sich gründlich durchchecken lassen."

 

 

 

 

 

Hormonelle Störungen als Ursache von Hitzewallungen

Sofort an die Wechseljahre denken die meisten Frauen zum Beispiel bei Hitzewallungen und Schweißausbrüchen. Etwa jede zweite Frau ist in den mittleren Lebensjahren mehr oder weniger stark davon betroffen. Doch der Mainzer Hormonspezialist Professor Matthias Weber warnt davor, diese Beschwerden pauschal dem Klimakterium zuzuordnen. "Dahinter können auch andere hormonelle Störungen stecken, etwa eine Überproduktion von Stresshormonen im Nebennierenmark", sagt der Sprecher der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie.

 

 

 

 

 

Auch Tumore, die bestimmte Hormone bilden, führen in seltenen Fällen zu Beschwerden, die an Hitzewallungen erinnern. Ein schlecht eingestellter oder unerkannter Typ-2-Diabetes kann mit Müdigkeit und Leistungsabfall einhergehen. Und bestimmte Arzneien rufen mitunter ebenfalls ähnliche Symptome hervor wie die Wechseljahre – etwa Kortisonpräparate, die beispielsweise bei Rheuma verordnet werden. 

Schweißausbrüche: Oft ist die Schilddrüse schuld

Am häufigsten steckt hinter fliegender Hitze jedoch die Schilddrüse. "Eine Überfunktion kann neben erhöhter Wärmeempfindlichkeit zudem Herzrasen, Nervosität und Schlafstörungen verursachen", sagt Weber. Dementsprechend häufig verwechseln Frauen die Symptome mit Beschwerden der Wechseljahre.

 

 

 

 

 

Dasselbe gilt für eine Unterfunktion des ­Organs. Typische Anzeichen: Stimmungsschwankungen, Antriebslosigkeit und Gewichtszunahme. Bei derartigen Beschwerden rät Endokrinologe Weber, die Schilddrüsen­werte überprüfen zu lassen: "Das gehört beim Hausarzt mittlerweile zur Routine." Allerdings werde bei grenz­wertigen Befunden oft über­reagiert. Im Zweifelsfall sollten die Patientinnen einen Facharzt aufsuchen. 

Gynäkologin Struck kennt allerdings auch den umgekehrten Fall: dass Frauen typische Erscheinungen wie Herzrasen und nervöse Herzbeschwerden nicht mit der Hormonumstellung in Verbindung bringen. Weil Frauen nach der Menopause weniger herzschützende Östrogene produzieren, steigt ihr Risiko für Probleme mit Herz oder Kreislauf auf das Niveau der Männer an. Auffälligkeiten müssen deshalb grundsätzlich kardiologisch abgeklärt werden. Die Angst vor einer Herzerkrankung sei aber in den meisten Fällen unbegründet, betont Struck.

 

 

 

 

 

 

Viele Beschwerden haben nichts mit den Wechseljahren zu tun

Doch welche Symp­tome sind tatsächlich spezifisch für die Zeit des Klimakteriums? Das hat Professorin Kerstin Weidner am Universitätsklinikum Carl Gustav Carus in Dresden untersucht. Für ihre Studie fragte die Direktorin der Klinik und Poliklinik für Psychotherapie und Psychosomatik rund 1400 Frauen und 1200 Männer, was sie für wechseljahrestypische Symptome halten. 

Das Fazit: "Körper­liche Beschwerden und Schlafstörungen nehmen bei Frauen und Männern mit steigendem Alter zu." Doch nur Hitzewallungen und Schweißausbrüche stellten sich als spezifisch für die Wechseljahre der Frau heraus. Psychische Beschwerden wie Stimmungsschwankungen, Reizbarkeit, Ängstlichkeit und Erschöpfung kommen dagegen in jedem Alter vor.

 

 

 

 

 

"Obwohl unter anderem Depressionen in dieser Lebensphase nicht häufiger auftreten, wird den Wechseljahren oft zu Unrecht ein Krankheitswert zugeschrieben", bedauert Weidner. Auch Endokrinologe Matthias Weber hält nichts davon, alle Frauen nach der Menopause pauschal zu Patientinnen zu machen: "Wir brauchen einen gesunden Mittelweg zwischen der Übertherapie harmloser Beschwerden und der Bagatellisierung ernster Symptome." 

Einfache Gegenmaßnahme: Ein gesunder Lebensstil

Zumal die Wechseljahre durchaus auch positive Seiten haben. Laut Gynäkologin Struck bietet diese Lebensphase die große Chance, Weichen neu zu stellen und Freiräume zu nutzen: "Statt Hormone zu schlucken, sollten Frauen überlegen, in was sie ihre Energie stecken wollen."

 

 

 

 

 

 

Da eine Hormontherapie auch Risiken birgt, sind Nutzen und eventuelle Nebenwirkungen gründlich abzuwägen. Zudem verschwinden die Hitzewallungen meist innerhalb weniger Jahre wieder. Oft helfen bereits einfache Maßnahmen: "Ab Mitte 40 fallen Lebensstilsünden stärker ins Gewicht", sagt Struck. Wer regelmäßig Alkohol, Nikotin und Kaffee konsumiere, müsse sich über Hitzewallungen nicht wundern.

Bei Gewichts­problemen rät die Ärztin zu gesunder Ernährung und viel Bewegung. Frauen ab Mitte 40 empfiehlt die Expertin zudem, sich alle zwei Jahre beim Hausarzt gründlich untersuchen zu lassen und einmal im Jahr die gynäko­­logische Krebsvorsorge zu nutzen. So werden mögliche Erkrankungen früh erkannt.

 

 

 

 

 

Pflanzliche Präparate als Alternative zur Hormonersatztherapie

Sie wollen keine Hormonpräparate einnehmen? Nach ärztlicher Rücksprache können Sie es mit pflanzlichen Alter­nativen versuchen.  

Hitzewallungen bessern sich durch Präparate mit Traubensilberkerze oder Sibirischem Rhabarber. Positive Effekte sind aber erst nach mehreren Wochen zu erwarten. Nervosität und Schlafstörungen sprechen oft gut auf pflanzliche Mittel mit Baldrian, Melisse, Passionsblume oder Lavendelöl an. Depressive Verstimmungen und Antriebslosigkeit lassen sich mit hoch dosierten Johanniskraut-Präparaten in den Griff kriegen. Ein Arzt sollte aber abklären, ob eine Depression dahintersteckt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Newsfeed powered by:

zur Originalmeldung

basierend auf RSS-Feed Apotheken Umschau.

Einen Überblick über alle Nachrichten bekommen Sie auf Apotheken Umschau.

Eidelstedter Apotheke

Alte Elbgaustraße 3, 22523 Hamburg

+49 (0) 40 57 09 216

mo.-fr. 8.00 - 19.00 Uhr, sa 9.00 - 18.00 Uhr

TOP