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So kommen Sie zur Haushaltshilfe

Kann sich im Krankheitsfall niemand um Haushalt und Kinder kümmern, finanziert die Krankenkasse eine Unterstützung – unter bestimmten Voraussetzungen

 

So kommen Sie zur Haushaltshilfe

Kann sich im Krankheitsfall niemand um Haushalt und Kinder kümmern, finanziert die Krankenkasse eine Unterstützung – unter bestimmten Voraussetzungen

von Konstanze Faßbinder, 24.04.2018

 

 

 

 

Manchmal müsste man sich vierteilen können, um all die Hausarbeit zu erledigen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wer krank ist, fällt nicht nur im Job aus. Auch zu Hause bleibt mitunter vieles liegen. Niemand kann sich um die schmutzige Wäsche kümmern, für die Kinder kochen, einkaufen, Staub saugen. In manchen Fällen ist Hilfe von außen unumgänglich. Wann die gesetzlichen Krankenkasse für die entstehenden Kosten einspringt und was die Bedingungen sind – ein Überblick.

 

 

 

 

 

Was muss passiert sein?

Egal ob nach Unfall, Operation oder bei schwerer akuter Krankheit: Kann ein gesetzlich Versicherter vorübergehend nicht mehr selbst einkaufen, Wäsche waschen oder putzen, steht ihm eine Haushaltshilfe zu. Dasselbe gilt bei längerer Abwesenheit von zu Hause, zum Beispiel durch einen Krankenhausaufenthalt. Dann ist aber Voraussetzung, dass ein Kind im Haushalt lebt, das versorgt werden muss, höchstens zwölf Jahre alt ist oder eine Behinderung hat.

Wer hat Anspruch auf Hilfe?

Die kranke Person muss "haushaltsführend" sein, hat sich also bisher um alles gekümmert. In der Folge heißt das: Kein anderer Erwachsener, der gegebenenfalls in derselben Wohnung lebt, kann die nun anfallenden Aufgaben übernehmen. "Teilen sich in Vollzeit arbeitende Eltern den Haushalt, gelten beide als haushaltsführend", erklärt ­Peter Grieble von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg. Grundsätzlich müssen Arbeitnehmer auch nicht Urlaub nehmen, um den kranken Partner daheim zu ersetzen.

 

 

 

 

 

Wie stelle ich den Antrag?

Der behandelnde Arzt verschreibt die Haushaltshilfe. "Er stellt eine medizinische Notwendigkeitsbescheinigung aus, auf der er vermerkt, für welchen Zeitraum und für wie viele Stunden täglich sie benötigt wird", sagt Christine Göpner-Reinecke, Pressesprecherin der AOK. Diese Bescheinigung sollte gemeinsam mit dem Antrag auf Kostenübernahme schnellstmöglich an die Krankenkasse gehen. Innerhalb von drei Wochen muss der Antrag laut Gesetz bearbeitet werden.

Geht das auch schneller?

Bei akuten Notfällen reagierten die Krankenkassen-Mitarbeiter vor Ort ent­­sprechend, versichert AOK-Sprecherin Göpner-Reinecke. Für Patienten, die kurzfristig stationär behandelt wurden, muss die Klinik die Hilfe über die Krankenkasse organisieren. "Das ist Teil des Entlass-Managements", sagt Regina Behrendt von der Verbraucherzentrale NRW. Sie rät Patienten, die darauf nicht angesprochen wurden, sich an ihren behandelnden Arzt oder den Sozialdienst des Krankenhauses zu wenden.

 

 

 

 

 

Wie lange zahlt die Kasse?

Lebt ein Kind bis höchstens zwölf Jahre oder eines mit Behinderung im Haushalt, zahlt die Kasse bis zu 26 Wochen lang – egal, ob der Versicherte in der ­K­linik, auf Reha oder zu Hause ist. ­Ansonsten endet die Finanzierung der Hilfe nach vier Wochen. Eine Vorgabe, wie lange der Versicherte mindestens ausfallen muss, existiert nicht. "Wegen nur einer Nacht im Krankenhaus würden Sie sich aber schwertun, einen Bedarf zu begründen", sagt Verbraucherschützer Grieble. Aufwand und Ertrag stünden dann in keinem Verhältnis.

Wie hoch ist die Zuzahlung?

Patienten über 18 Jahre zahlen pro Tag zehn Prozent der Kosten einer Haushaltshilfe zu. Laut AOK sind das mindestens fünf und höchstens zehn Euro. Für Schwangere oder frisch Entbundene, deren Antrag bewilligt wurde, entfällt diese Zuzahlung.

 

 

 

 

 

 

Was übernimmt die Hilfe?

Grundsätzlich können alle Arbeiten, die zur Weiterführung des Haushalts notwendig sind, an die externe Kraft abgegeben werden. Das heißt, die angeheuerte Person macht Besorgungen, wechselt die Bettwäsche, spült das Geschirr, heizt ein, entsorgt den Müll, wäscht, bügelt, putzt. Sie betreut und versorgt auch die Kinder, die im Haushalt leben, sagt Göpner-Reinecke – "soweit dies in Anbetracht ihres Alters oder Gesundheitszustands erforderlich ist". Medizinische und pflegende Tätigkeiten darf die Haushaltshilfe aber nicht übernehmen.

Wie viel kann ich abgeben?

Der Einsatz einer Haushaltshilfe richtet sich grundsätzlich nach dem individuellen Bedarf, der im Haushalt des erkrankten Versicherten besteht. Sind zum Beispiel fünf Kinder plus Haushalt zu versorgen, kann entsprechend mehr Leistung erstattet werden, erklärt ­Verbraucherschützer Grieble. Das sei aber die Ausnahme.

 

 

 

 

 

Was ist mit den Kindern?

"Häufig wird vor allem für die Betreuung von Kindern eine umfangreiche Hilfe im Haushalt nötig", sagt Chris­tine Göpner-Reinecke von der AOK. Diese Erfahrung habe man zumindest bei ihrer Versicherung gemacht. Zeiten, in denen Kinder eine Tagesstätte oder die Schule besuchen, ­werden dabei nicht berücksichtigt. Schließlich haben Krankenkassen die Vorgabe, den Einsatz einer Haushaltshilfe "auf ein zwingend notwendiges Maß" zu begrenzen. Ziel dieser Vorgabe ist es, die Kosten für derar­tige Unterstützungen nicht unnötig in die Höhe zu treiben.

Wen bezahlt die Kasse?

Viele Krankenkassen haben Verträge mit sozialen oder karitativen Einrichtungen, die sie ihren Versicherten empfehlen und mit denen sie direkt abrechnen. Manche Patienten beauftragen aber auch selbst einen Dienstleister in ihrer Nähe. "Sie sollten sich das unbedingt vorab von ihrer Kasse genehmigen lassen, damit sie nachher nicht draufzahlen", empfiehlt Peter Grieble. Wer sich keine fremde Person ins Haus holen möchte, kann auch Freunde oder Nachbarn fragen. Diese erhalten dann eine Aufwandsentschädigung, die bei den meisten Kassen bei 9,50 Euro pro Stunde liegt. Aber Achtung: Für Angehörige gibt es je nach Verwandtschaftsgrad spezielle Regeln, wann die Kasse Aufwandsentschädigung, Verdienstausfall oder Fahrtkosten zahlt. Besser vorab genau informieren.

 

 

 

 

 

 

Zahlt meine Kasse mehr?

Kann sein. Manche Kassen übernehmen Leistungen, die über den gesetzlichen Anspruch hinausgehen. "Sie zahlen zum Beispiel auch, wenn ein Kind älter ist als zwölf Jahre", sagt Grieble. Andere erstatten die Kosten länger als vier Wochen. Ein Vergleich kann sich also lohnen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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