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Was bei Tinnitus zu tun ist

Pfeifen, Klingeln, Zischen, Brummen: Ohrgeräusche können sehr quälend sein. Was bei Tinnitus zu tun ist, erklärt der Hals-Nasen-Ohrenarzt Dr. med. Uso Walter.

 

Stress begünstigt die Entstehung von Tinnitus.
Foto: © Tetra Images

Pfeifen, Klingeln, Zischen, Brummen: Ohrgeräusche können sehr quälend sein. Was bei Tinnitus zu tun ist, erklärt der Hals-Nasen-Ohrenarzt Dr. med. Uso Walter.

 

Seit kurzem habe ich ständig ein Pfeifen im Ohr. Können Sie mir sagen, was bei Tinnitus zu tun ist?

Wenn man auf einem lauten Konzert war, ist es nicht ungewöhnlich, dass es am nächsten Tag erst einmal in den Ohren piepst. Das ist noch kein Grund zur Sorge. In so einem Fall rate ich zunächst: Ruhe bewahren, Geist und Körper entspannen und sich vor allem ablenken! Wenn das Ohrgeräusch allerdings nach spätestens 72 Stunden nicht verschwunden ist, sollten Betroffene einen HNO-Facharzt aufsuchen.

Das gilt auch für andere Formen eines akut auftretenden Tinnitus. Zu lange sollte man allerdings nicht warten, denn in der akuten Phase ist ein Tinnitus in der Regel gut behandelbar. Nach drei Monaten sprechen Mediziner von einem chronischen Tinnitus, und der Aufwand für eine erfolgreiche Behandlung wird dann deutlich größer.

Was gehört zu einer ganzheitlichen Behandlung bei Tinnitus?

Ich empfehle Menschen mit Tinnitus vor allem Entspannung und Stressabbau. Jeder muss hier seine eigene Strategie finden – regelmäßige Pausen, mehr Bewegung oder Yoga können helfen. Stille sollte vermieden werden, da der Tinnitus dann besonders präsent ist. Vor allem Naturgeräusche oder leise Hintergrundmusik sind hierfür geeignet.

Es gibt darüber hinaus Medikamente, die die Durchblutung in den kleinen Blutgefäßen verbessern. Gut dokumentiert ist dieser Effekt zum Beispiel für spezielle Ginkgo-Extrakte. Die meisten Anwender verspüren bereits innerhalb von zwei bis vier Wochen eine Besserung. Ich rate allerdings zur Einnahme von mindestens zwölf Wochen, damit das Mittel seine volle Wirksamkeit entfaltet. Zur ganzheitlichen Therapie gehört auch, seine Einstellung gegenüber dem Tinnitus zu verändern und sich nicht von ihm provozieren oder ärgern zu lassen.

Was raten Sie einem Menschen, bei dem die Ohrgeräusche schon lange Zeit bestehen?

Grundsätzlich ist ein chronischer Tinnitus schwer zu behandeln. Ein Erfolg kann schon sein, wenn er als weniger belastend empfunden wird. Aber auch ein chronischer Tinnitus ist durch die gezielte Beeinflussung der Hörverarbeitung noch behandelbar, weil das Gehirn lernen kann, den Tinnitus wieder zu unterdrücken. Neben akustischen und hörverbessernden Maßnahmen geht es erneut darum, Stress abzubauen und den Tinnitus nicht so wichtig zu nehmen. Hier hilft vor allem eine kognitive Verhaltenstherapie, bei der der Patient lernt, schädliche Einstellungen gegenüber dem Tinnitus durch hilfreiche zu ersetzen.

 

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